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Arbeitszeit und Unfallzahlen

Aktuell wird die Flexibilisierung der Arbeitszeit in der Politik diskutiert. Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht gibt es Argumente gegen eine zu weitgehende Flexibilisierung. Ein Argument betrifft den Zusammenhang zwischen der Wochenarbeitszeit und den Unfallraten.

Eine Studie der koreanischen Ökonomen Jungmin Lee und Yong-Kwan Lee zeigt den Zusammenhang zwischen der Wochenarbeitszeit und der Unfallrate. In Südkorea wurde die Sollarbeitszeit von 44 auf 40 Wochenstunden reduziert. Die entsprechende Regelung trat ab Juli 2004 zunächst nur für Grossunternehmen (>1.000 MA) und für Betriebe des Finanz- und öffentlichen Sektors in Kraft. Danach wurden Schrittweise weitere Sektoren einbezogen, seit Juli 2011 fallen sämtliche Betriebe mit fünf oder mehr Mitarbeitern unter die Regelung. Die schrittweise Anwendung mache es leichter, kausale Effekte zu ermitteln, so die Forscher – zumal es in den Jahren 2004 bis 2012 ansonsten keine Reformen beim Gesundheitsschutz gegeben hat.

Wenn die Branche, die Betriebsgrösse und das Jahr herausgerechnet werden, ist ein signifikanter Effekt nachweisbar: Eine Reduktion der Wochenarbeitszeit um eine Stunde lässt das Unfallrisiko um acht Prozent sinken. Die Ökonomen erklären das damit, dass lange Arbeitstage die Konzentration beeinträchtigen und so die Gefahr von Verletzungen erhöhen.

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Quelle: Jungmin Lee, Yong-Kwan Lee: Can working hour reduction save workers? Labour Economics 40, Juni 2016

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