
Fehlzeitenexplosion nach Covid-19 – was tun?
Was uns verschiedene Betriebe aus unterschiedlichen Branchen bereits gemeldet hatten, zeigt sich nun auch in den Zahlen des BfS, welche am 22. Mai 2023 veröffentlicht wurden: die Fehlzeiten infolge Krankheit sind im letzten Jahr stark angestiegen.
Im Jahr 2021 waren die Fehlzeiten praktisch durchgängig in allen Branchen tiefer als im Vorjahr 2020. Dies war vor allem auch dem übergreifenden Arbeiten im Homeoffice zu verdanken und einer schwächeren Verbreitung diverser Krankheitserreger infolge der Covid-19 Schutzmassnahmen.
Für das Jahr 2022 zeigen sich über alle Branchen hinweg nun deutlich erhöhte Krankheitsausfälle gegenüber der Vor-Covid-Zeit:
Die vertiefte Analyse zeigt: nicht die Langzeit-Ausfälle mit einer Dauer von über 30 Tagen haben zugenommen, sondern eher die kurz- und mittellangen Fehlzeiten. Zudem hat sich der Anteil der Mitarbeitenden ohne Krankheitsausfall bei vielen Betrieben massgeblich reduziert. Im Gesundheitswesen, wo traditionellerweise bereits ein gegenüber anderen Branchen kleinerer Anteil der Mitarbeitenden keine Fehlzeit während eines Jahres hat, sahen sich 2022 einzelne Institutionen sogar mit weniger als 10% Mitarbeitenden ohne Fehlzeit konfrontiert.
Bestätigt werden diese Zahlen auch durch die Analyse der Betriebskrankenkassen aus Deutschland. Als Haupttreiber für die Zunahme gelten die Atemwegsinfekte. Bei genauerem Hinsehen zeigen aber auch die psychischen Erkrankungen einen ungebrochenen Aufwärtstrend.
Ob der zunehmende Trend 2023 anhält, zeigt sich in den kommenden Monaten. Die Kennzahlen einiger grösserer Betriebe lassen vermuten, dass sich die Situation 2023 wieder normalisiert. Trotzdem ist es nicht angebracht, die Hände in den Schoss zu legen. Nicht bei allen Betrieben waren im Jahr 2022 die Atemwegserkrankungen der Hauptfaktor für die Zunahme bei den Fehlzeiten.
Dass ein systematisches Betriebliches Gesundheitsmanagement BGM dazu beiträgt, die Gesundheit der Mitarbeitenden und auch die Fehlzeitenquote zu verbessern, ist erwiesen. Gerade Betriebe mit einem Fokus auf die Mitarbeitergesundheit können davon profitieren, dass in schwierigen Situationen - wie z.B. in einer Reorganisation oder bei Fachkräftemangel - Fehlzeiten nur geringfügig oder gar nicht zunehmen. Die Treiber dahinter sind gut ausgewählte und ausgebildete Führungskräfte, Unterstützung durch betriebliche Angebote und vor allem auch, dass im Betrieb auf allen Ebenen über Gesundheit gesprochen wird.
Betriebe, welche sich mit dem Thema Gesundheit erst seit kürzerer Zeit vertieft auseinandersetzen, profitieren besonders von den Effekten von Führungsschulungen. Betriebe, bei welchen Massnahmen zur Gesundheitsförderung bereits regelmässig umgesetzt werden, profitieren hingegen von einer fundierten Standortbestimmung und gezielten Massnahmen zur Förderung der BGM-Systematik.
Gerne unterstützen wir Sie auf Ihrem Weg zu allen Aspekten von Corporate Health an dem Punkt, an dem Sie stehen – für ihre optimalen Ergebnisse.
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Quellen:
- Abbildung: Die Absenzquote 2022 ist deutlich höher als im Vorjahr.
- Datenquelle: BfS, Arbeitsvolumenstatistik 2022, Krankheit/UnfallAbbildung: Die Absenzquote 2022 ist deutlich höher als im Vorjahr.

